Vorschau-Version — die erklärenden Inhalte sind in fachlicher Durchsicht. Preise sind Modellrechnungen auf Basis der amtlichen Analysenliste.

Wer zahlt — und was es wirklich kostet

Für Laboranalysen gibt es einen amtlichen Tarif: die Analysenliste des Bundes. Sie legt für jede Analyse einen Wert fest — und auch die Gebühren, die dazukommen.

Beispiel: ein einzelner Vitamin-D-Wert

Analyse Vitamin D amtliche Position 1006 · 38.20 Taxpunkte
CHF 41.30
Auftragstaxe amtliche Position 4700 — fällt pro Auftrag einmal an
CHF 16.60
Blutentnahme (Position 4701)
CHF 5.90
Total
CHF 63.80

65 % Analyse, 35 % Gebühren. Bei einem einzelnen Wert sind über ein Drittel des Preises Gebühren — bei mehreren Werten fallen sie nur einmal an. Es lohnt sich, gewünschte Werte in einem Auftrag zusammenzufassen.

Quelle: Analysenliste BAG, Ausgabe 1. Juli 2026

Warum derselbe Wert verschieden viel kostet

  • Vitalcheckauf dem Amtstarif
  • A-Labsauf dem Amtstarif
  • Labor Rothen+22 % auf die Gebühren
  • walk-in-labor+56 % auf die Gebühren
  • drop in lab+56 % auf die Gebühren

Quelle: Publizierte Gebühren der Anbieter, Stand August 2026

Die Tarife ändern halbjährlich

Die Analysenliste wird zweimal jährlich angepasst. Im Juli 2026 wurden unter anderem gesenkt (Taxpunkte):

  • Vitamin D47.7 → 38.2 (-20 %)
  • Vitamin B12 bzw. Cobalamin22.5 → 18 (-20 %)
  • Holotranscobalamin (Holo TC)54.9 → 43.9 (-20 %)

Quelle: Analysenliste BAG, Ausgaben 1. Januar und 1. Juli 2026

Die Analysenliste ist eine Positivliste

Die Grundversicherung zahlt nur Analysen, die auf der Liste stehen — und nur zu deren Bedingungen. Ein Drittel der Positionen trägt eine amtliche Limitation, die sagt, wann die Analyse kassenpflichtig ist.

Quelle: Analysenliste BAG, Ausgabe 1. Juli 2026

Franchise und Selbstbehalt

Auch wenn die Kasse zahlt: Verordnete Analysen laufen über Franchise und Selbstbehalt. Wer die Franchise nicht ausgeschöpft hat, zahlt den Betrag faktisch selbst — einfach zum Amtstarif.

Für Selbstzahlende gilt kein Tarifschutz

Ausserhalb der Grundversicherung dürfen Anbieter frei kalkulieren. Die messbare Grösse ist der Abstand zum Amtstarif — und der steckt fast vollständig in den Pauschalen, nicht in den Analysen.